Building Smart |
Warum jeder auf „Grün” bauen sollte |
Foto von U.S. Green Building Council Nicht jede Nachhaltigkeits-Initiative begünstigt alle Interessenvertreter – insbesondere wenn es ums Geschäft geht. Aber „grün” bauen mag die Ausnahme darstellen. Dem U.S. Green Building Council (USGBC) (www.usgbc.org) zufolge reduziert ein „grünes” Krankenhaus, das mit maximaler Nachhaltigkeit im Hinterkopf gestaltet wird, den Aufenthalt für Patienten um 2 1/2 Tage – ein direkter Vorteil für die Menschen. Wenn ein „grünes” Zuhause gebaut wird, steigt der Marktwert dieses Gebäudes pro Quadratmeter automatisch – ein wirtschaftlicher Ertrag. Und ein „grünes” Bürogebäude hat Kohlenstoffeinsparungen von 40 Prozent verglichen mit einem Standard-Gewerbehaus – ein ökologischer Vorteil. Aber „grün” bauen beeinflusst nicht nur eines dieser Segmente, sondern alle drei gleichzeitig über die Einführung der „Triple Bottom Line” (dreifacher Vorteil). Gemäß Joe Porrovechio, professioneller Ingenieur und Aufsichtsratmitglied im New Jersey Teil des USGBC, ist die „Triple Bottom Line” ein ausgeglichenes Modell, dass gleiche Gewichtung an Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Menschen verteilt – jeder Vorteil verbessert den anderen. „Die „Triple Bottom Line” bedeutet heute die richtige Sache zu machen. Sie macht „grün” bauen einfach.”
Foto von U.S. Green Building Council Das USGBC, eine gemeinnützige und freiwillige Organisation, die aus 10.000 Mitgliedsfirmen besteht, wurde 1993 mit der Vision gegründet, Gebäude und ganze Gemeinden in „ökologisch verantwortliche”, „wirtschaftlich profitable” und „gesunde Standorte zum Leben und Arbeiten” zu transformieren. In der Tat, hat dieser Schub „grün” zu bauen eine Industrie hervorgebracht, die innerhalb eines Jahrzehnts mehr als $12 Milliarden wert ist und den erfolgreichen Schwerpunkt Produktivität und Effizienz unterstrichen hat – jene zwei Standards, die für Unternehmen entscheidend sind. Dem „grünen” Trend, mit seinen robusten und kräftigen Erträgen, beizutreten, ist einfacher als manch einer sich vorstellt, indem man Dinge einsetzt wie Landschaftsarchitektur, die Regenwasser speichert, Dächer, die Hitze reflektieren und gering-emittierende Materialien, die Verschmutzung reduzieren. Dieser Zusammenhang, der Gewinne für beide Seiten bringt, fördert Einsparungen und Umsatzgenerierung gekoppelt mit einem gesünderen und sicherer gebauten Umfeld. Warum ist „grün” bauen von Bedeutung? Nach Angaben des Energieministeriums („Department of Energy”, DOE) gibt es in den USA mehr als fünf Millionen Gewerbe– und mehr als 76 Millionen Wohnhäuser. In einer Welt, in der globaler Klimawechsel und Energieeinsparung kritische Punkte darstellen, mögen Anpassungen am Haus die Antwort zu diesen komplexen Herausforderungen sein. Bestürzenderweise bestätigt das USGBC, dass „Gebäude, aufgrund von Energie– und Wasserverbrauch, sowie anderen operativen Dingen, für nahezu 40 Prozent der CO2-Emissionen in den USA verantwortlich sind. Das Treibhausgas CO2, das einen großen Beitrag zum Klimawechsel leistet, ist seit 1990 wegen erhöhtem Energieverbrauch um 18 Prozent gestiegen.” Tom Hicks zufolge, Vizepräsident des USGBC, „reduziert verbesserte Energieleistung den Aufbau von energiebedingten Treibhausgasemissionen umgehend.” Aufgrund des enormen Einflusses, könnte „grün” bauen an sich als nationale Strategie verwendet werden, um die Effekte des globalen Klimawechsels drastisch zu reduzieren und die Energieabhängigkeit dieser Nation einzuschränken. Um diese Vorstellungen fortzusetzen schuf das USGBC Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) („Führerschaft in Energie und Umweltdesign”), welches ein Zertifizierungsprogramm für „Grünbauten” ist, dass die optimale Anwendung von „grünen” Strategien in der Gestaltung, Konstruktion und Instandhaltung von Gebäuden sicherstellt. Eine LEED Zertifizierung bedarf freiwilliger Bemühung von umweltbewussten Unternehmen, Regierungen und Branchen, in der Art, dass allen Faktoren, wie beispielsweise Standortplanung, Luftqualität, Materialeinsatz und Innovation, eine Punktzahl zugeordnet wird. Dies führt schließlich zur USGBC LEED Zertifizierung. Die LEED Beurkundung hat vier Ebenen: die höchste ist LEED Platin und die niedrigste ist die normale LEED Zertifizierung. Gemäß Porrovechio ist die Regierung, inklusive des Verteidigungsministeriums (Department of Defense, DOD), des DOE und der U.S. General Service Administration (GSA), verpflichtet einem silbernen LEED-Status zu entsprechen, der nur zwei Stufen unterhalb der höchsten Ebene liegt. Das Pentagon erhielt diese Auszeichnung im Jahr 2003 durch ihre Metro-Eingangsanlage, welche die erste DOD-Einrichtung war, die diesen Titel bekam. (http://www.defenselink.mil/advisories/advisory.aspx?advisoryid=232). Porrovechio sieht diesen Ansatz als ein multilaterales, vielfältiges Gleichgewichtssystem, da „traditionelle Bauversuche als weniger ökonomisch und weniger gesund bekannt sind,” während „grün” bauen auf der anderen Seite ökonomisch gerissen, menschenorientiert und umweltfreundlich ist.
Foto von U.S. Green Building Council Es mag schwer zu verstehen sein wie Gebäude die Lebensqualität und Gesundheit der Leute berührt, aber tatsächlich verbessern Häuser, die „grün” gebaut werden, die Gesundheit ihrer Bewohner. Die Qualität der Luft im Haus (die oft mit Allergiestoffen, Schimmel, Kohlendioxid und anderen Schadstoffen verschmutzt ist) ist zu einem Haupt-Gesundheitsfaktor geworden, weil der Durchschnittsamerikaner heutzutage 85 – 95 Prozent der Zeit drinnen verbringt. Da das Leben und Arbeiten in solch einem feindlichen Umfeld verheerende Gesundheitsfolgen haben kann, stuft der Gesundheitsminister die Luftqualität im Haus als höchste öffentliche Gesundheitsbedrohung ein. Der Umweltschutzbehörde zufolge kann die Luftqualität im Haus irgendwo von zwei– bis fünfmal schlechter sein als die im Freien. Und unter den schlimmsten Umständen wurde Innenluft sogar bis zu 100 Mal mehr verschmutzt getestet als im Freien. Solch schlechte Luftqualität ist mit Allergien, Asthma und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht worden. Im Gegensatz hierzu hat eine Lawrence Berkeley National Laboratory Studie „grüne” Gebäudestrukturen und gute Luftqualität mit positiven Ergebnissen assoziiert. Zum Beispiel zeigten die Erkenntnisse, dass durch „grün” bauen die Gesundheitskosten für ansteckende Atemwegskrankheiten um bis zu 20 Prozent verringert werden konnten, während die Kosten im Zusammenhang mit Asthma und Allergien um 18 – 25 Prozent sanken. Jeff Riegle, ein Umweltingenieur und LEED zertifizierter Fachmann zusammen mit der internationalen Ingenieur– und Projektmanagement Firma AMEC (www.amec.com), hat sowohl in „grünen” als auch nicht-„grünen” Gebäuden gearbeitet. Er behauptet, dass es „definitiv einen beachtlichen Unterschied” gibt, wenn man in einem „grünen” Gebäude arbeitet. Aufgrund der Tatsache, dass „grüne” Gebäude oft auf natürliches Tageslicht angewiesen sind anstatt künstlichem Licht, haben sie das Arbeitsumfeld für Riegle verändert. Er sagt, „wann immer man Sonnenlicht bekommen kannes ist auf jeden Fall von Vorteil.” In Wirklichkeit hat diese Abhängigkeit vom Tageslicht auch einen enormen Einfluss auf Kinder im Schulalter. Dem USGBC zufolge schneiden Schüler, deren Klassenräume mit natürlichem Licht beleuchtet sind, in Tests besser ab, als ihre Schulkollegen in traditionellen Klassenzimmern mit dem „geringsten Anteil an natürlichem Licht.” Die weiteren Ergebnisse waren verblüffend: Schüler bekamen in Lesübungen 26% höhere Resultate und in Mathematikarbeiten 20% – daher ist „grün” bauen besonders attraktiv für besorgte Eltern und Lehrer, die ihre Kinder und Schüler in einer gesunden Weise intellektuell weiterbilden wollen – und nicht nur physisch. Der positive Einfluss des „grün” Bauens ist auch in einem Büroumfeld mit erwachsenen Angestellten zu spüren. „Eine bescheidene Investition in „weiche” Qualitäten, so wie Zugang zu einer freundlichen Aussicht, vermehrtem Tageslicht, frischer Luft und persönlicher Umweltkontrollen, kann sich schnell in Einsparungen auswirken,” schrieb das USGBC. Solche Designelemente führen zu geringerer Mitarbeiterabwesenheit, vermehrter Produktion innerhalb der Branche und höherer Arbeitsproduktivität (von 2 – 18 Prozent) in den Büros. Die „Triple Bottom Line”: Wirtschaftlichkeit „Grün” bauen ist nicht nur gut für Gesundheit, Leistung und Wohlsein der Leute; „grün” bauen führt auch zu wirtschaftlichen Gewinnen und Anreizen. Riegle behauptet, wenn man von Beginn an das Konzept verwendet, d.h. wenn das Gebäude noch im Entwurf ist, können „grüne” Gebäude genauso kosteneffektiv sein wie traditionelle Häuser – daher entsteht ein wirtschaftlicher Vorteil, der den Erbauern und Investoren mehr gibt für ihr Geld. In Erkenntnissen, die an den Kongress geliefert wurden beschreibt das USGBC, dass „höhere anfängliche Kosten oft innerhalb von drei bis fünf Jahren durch geringere operative Ausgaben und durch Erstattung der Nebenkosten für energiesparende Anlagen wiedererlangt werden.” Tatsächlich führt „grün” bauen zu Energieeinsparungen von 20 bis 50 Prozent. Aber die Vorteile werden nicht nur in Einsparungen deutlich, sondern auch in Form von Kapitalgewinnen. In Lawrence, Kan., hat Wal Mart einen „grünen” Supermarkt, bekannt als „Eco-Mart” gebaut. Anstatt auf traditionelle Beleuchtung für den gesamten Laden zu zählen, setzt „Eco-Mart” auf natürliches Sonnenlicht durch Dachfenster in einer Hälfte des Gebäudes – ein Schritt, der auch die Höhe der Stromrechnung reduziert hat. Als Verkäufe aus der Sektion mit der natürlichen Beleuchtung mit denen der Abteilung mit künstlichem Licht verglichen wurden, deuteten die Resultate an, dass die Bereiche mit großen Mengen an natürlichem Licht höhere Verkäufe aufwiesen. Außerdem fanden Studien der Heschong-Mahone Group, die im Auftrag des California Board for Energy Efficiency Third Party Program Nachforschungen betreibt, heraus, dass Läden mit Sonnenlicht 40 Prozent mehr Umsatz machten als ihre Verwandten mit künstlichem Licht. Dennoch diskutieren manche, dass „grüne” Technologie ein kostspieliges Unterfangen ist und keine vergleichbare Rendite liefert. Riegle vertritt jedoch eine ganz andere Meinung. Wenn die Technologie korrekt implementiert wird, sind „grüne” Gebäude und „grünes” Design wirtschaftlich clever und notwendig. Riegle zufolge „ist ein Gramm Vorbeugung so viel Wert wie ein Pfund Heilung.” Und es scheint, dass das „Pfund Heilung” in der Form von höherem Marktwert der „grünen” Standorte kommt. Das USGBC zitiert Studien, die veranschaulichen, dass jeder gesparte Dollar durch Anwendung von „grüner” Technologie oder „grünem” Design den Gebäudewert um $20 erhöht. Zusätzlich berichtet eine im Januar 2007 durch die „Green Builder” Medien herausgegebene Umfrage von 250 Wohnungsbauern in den USA, dass „Käufer bereit sind einen Aufpreis zwischen 11 und 25 Prozent für „grün” gebaute Zuhause zu bezahlen.” (www.greenbuildermedia.com) Das Endergebnis ist demnach also, dass „grüne” Technologien den Firmen und Privatbürgern einerseits mehr „grün” einbringt und andererseits mehr „grün” erspart. Die „Triple Bottom Line”: Umwelt Während Menschen und Wirtschaft enorme Gewinne realisieren, profitiert auch die natürliche Umwelt in großem Stil von „grüner” Entwicklung. Da die Nation weiter wächst und viele veraltete und nachteilige Formen von Energie benutzt werden, gibt uns „grün” bauen Hoffnung für die Zukunft einer gesünderen Umwelt. Dem DOE zufolge hätte der Staat Kalifornien während des Tages genug Energie zum Verbrauch, falls man dort jedes kommerzielle und industrielle Gebäude mit Solarenergie-Kollektoren bedecken würde. Außerdem spielt die natürliche Umwelt, in einer Welt nach dem 11. September, eine wachsende Rolle für die nationale Sicherheit. „Gebäude, die durch vor Ort erneuerbare und super-effiziente Energiesysteme unterhalten werdensind weniger anfällig für Versorgungsunterbrechungen, die durch unvorhersehbare Umstände wie Naturkatastrophen, Energiestörungen und Weltereignisse stattfinden”, berichtet das USGBC. Während das Land näher an eine „grüne” Existenz rückt, werden gleichzeitig die Gesundheit der Umwelt und die Sicherheit der Welt verbessert. „Grüne” Ermächtigung Durch Schlagzeilen, die eine düstere Zukunft mit weltweitem Klimawechsel und tödlichen Treibhausgasen wiedergeben, mag die Welt manchmal trostlos aussehen. Aber eine der wichtigsten Lösungen gegen solch bedrückende Nachrichten ist „grüne” Technologie – eine Option, die den Energieverbrauch um 70 Prozent und Treibhausgase um 40 Prozent verringern würde. Manchmal mag es unmöglich erscheinen einen positiven Einfluss auf die Welt zu haben, aber „grün” bauen bietet eine realistische, finanziell tragbare Lösung, um das Leben der Menschen zu verbessern, um wirtschaftliche Gewinne einzufahren und um zur selben Zeit die Umwelt zu pflegen. Porrovechio lässt diesen Gedanken widerhallen. Während viele Leute in die Zukunft schauen und untätig auf Lösungen zu unzähligen, wachsenden Umweltproblemen warten, gibt es die Antworten bereits heute. „Es gibt so viele Dinge, die schon heute erledigt werden können. Wir müssen lediglich die heutigen Technologien nutzen und weiterentwickeln. Wir müssen nicht auf zukünftige Lösungen für die heutigen Probleme warten, ” meint Porrovechio. Die Antwort existiert schon jetzt und die Lösung ist simpel: „Grün” bauen. |
