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Wo gehen die meisten Amerikaner hin, wenn sie ein bisschen Zeit in der freien Natur verbringen móchten? Der Durchschnittsmensch mag antworten „Nationalpark” oder „Nationalwald”. Aber das ist nicht korrekt. Man glaube es oder nicht, aber die meisten Junioren, Senioren und Familien besuchen einen der mehr als 450 Seen (www.CorpsLakes.us) oder Besucherzentren des „U.S. Army Corps of Engineers (USACE)”. Tatsáchlich treffen die 2000 USACE Park Ranger jáhrlich auf 368 Millionen Besucher. Da das U.S. Armeekorps viele der einheimischen Wasserwege unterhált und kontrolliert, ist ein Fluss oder See der Hauptanlaufpunkt zum Boot fahren, Fischen und Schwimmen. Um sicher zu stellen, dass ihre Gáste gefahrlos Spaß haben kónnen, haben die Park Ranger die „Operation: Wassersicherheit” eingefúhrt, um die Nutzung von Schwimmwesten („Personal Flotation Devices (PFDs)”) zu ermutigen. Steve Austin (Senior Policy Advisor) meint, dass „90% der Ertrinkungsopfer keine Schwimmwesten trugen.” Austin und die anderen Park Ranger versuchen dieses Problem durch Schulungen im Internet und vor Ort zu korrigieren. Diese Schulungen sind speziell an Jáger und Fischer gerichtet (http://watersafety.usace.army.mil/PressKit_HuntersAnglers.pdf). Fúr die Júngeren verrichtet das Maskottchen „Bobber, der Hund” (http://bobber.info) mithilfe von Aufgabenbúchern, online Cartoons, druckbaren Farbseiten und zweisprachigen Aufgabenbúcher die Arbeit des Korps. Jedoch hat das Korps fúr die schwer erreichbaren Jugendlichen eine andere Agenda, die unter anderem auffállige Poster und Videos beinhaltet. Im Speziellen spricht das Korps im Video „The Young and the Reckless” die allzu háufigen Probleme des rúcksichtslosen Bootfahrens und des Fahrens unter Alkoholeinfluss an. Eine der dankbarsten Aufgaben als Park Ranger ist fúr Austin die Unterrichtung von Besuchern und lokalen Schulkindern úber Umweltbewusstsein. „Unsere Besucherzentren werden als sehr, sehr starke Bildungskomponente verwendet”, meint General Don Riley in einem Interview im Mai 2007. „Fast alle unserer 38 Bezirke haben ein lokales Bildungsprogramm, das mit den dortigen Schulen koordiniert wird.” Im ganzen Land bieten diese Bezirke hautnahen Umweltunterricht fúr K-12 Schúler (Primár– und Sekundárschúler) in solchen Dingen wie der lokalen Flora, Fauna und deren Lebensraum; Informationskurse; Lewis & Clark Expeditionsprojekte; die Wiederherstellung von Lebensraum des Weißkopfseeadlers; und Mississippi-Fluss-Kurse. Das Wohl der natúrlichen Welt und die Aufklárung dieser Welt sind fúr General Riley und die Mission des Korps kritisch. Wenn er daher úber die Umwelt und Nachhaltigkeit spricht, redet er ebenfalls úber den Fortschritt des Korps im Hinblick auf die Konstruktionsnachhaltigkeit – etwas zu bauen, das úber Jahre hinweg ókologisch solide und nachhaltig bleibt. Um diese Ziele zu verwirklichen bescháftigt das USACE Tausende Umwelt – und Ókosystemforscher. „Die Restauration des Wasserókosystems ist eine unserer drei Hauptmissionen”, fáhrt Riley fort. Flutkontrolle und –Navigation sind die beiden anderen.
Die Louisiana Kústenschutz– und Kústenrestaurationsstudie (LaCPR) ist ein erstklassiges Beispiel dafúr, wie das USACE durch Kollaboration und Wissensaustausch einen Prozess der Konstruktionsnachhaltigkeit fúr seine Restaurationsmission zusammenstellt. Dieser 2-jáhrige, $20 Millionen Aufwand begann nach Hurrikan Katrina und konzentriert sich auf besseren Hurrikan– und Sturmschutz. Das Projekt schaut auf die umfangreichen, integrierten und nachhaltigen Restaurationsalternativen fúr jeden Bereich – Restauration von Schutzinseln, Kústenwiederherstellung, Marschentwicklung, Deiche – ein Inventar an Móglichkeiten, die angewendet werden kónnten. Eine Studie dieses Ausmaßes dauert normalerweise 5 Jahre, aber der Kongress hat sie beschleunigt. Riley meint, dass „wir schnell und hart daran arbeiten. Wir haben alle Umweltgruppen eingeladen, gemeinsam mit uns daran zu arbeiten.” Zu diesem Zweck hat das Korps einheimische Umweltorganisationen eingeladen – „National Wildlife Federation, Environmental Defense, Audubon, Sierra Club und Ducks Unlimited”, um nur ein paar zu nennen – um mit ihnen zu teilen, was das Korps unternimmt und um den Einsatz der Umweltorganisationen zu erlangen. General Riley denkt, dass es wichtig war „alle eingeladen zu haben, Teil dieser Beratungen zu sein.” Die Zusammenarbeit zwischen dem Korps und diesen Gruppen „wird stárker und stárker. In den letzten fúnf Jahren, in denen ich hier im Amt war, habe ich sie wirklich aufblúhen sehen. Als ich zuerst ankam gab es viele Beschwerden, sodass wir úberhaupt nicht mit ihnen sprachen. Jetzt hóren wir ihnen zu und kommen mit unserer Zusammenarbeit voran. Unsere Autoritát ist begrenzt; wir kónnen ohne die Mittel des Kongress recht wenig tun; aber die Kollaboration hat unsere Beteiligung mit den Umweltorganisationen sehr erweitert und unsere Beratung fúr die Regierung und den Kongress verbessert.”
„Wir haben auch die Hollánder in unserem Team”, fáhrt Riley fort. „Als die Hollánder 1953 diesen Sturm hatten – der Nordseesturm, der 1/3 von ihrem Land úberschwemmte – luden sie das Korps ein, um sie zu beraten. Also haben wir sie bei ihrem Projekt und diesen schónen, großen Hochwassersperren beraten–wir waren ein Teil davon. Aber was sie úber die Jahre merkten und auch heute merken ist, dass diese Barrieren einen enormen Einfluss auf das Ókosystem und die Degradierung der Gewásser, Flora, Fauna und Lebensráume hatten. Aufgrund dessen fúhren sie eine milliardenteure Studie durch, die zurúck auf das gesamte System schaut, um zu sehen was fúr die Restauration ihrer Ókosysteme gemacht werden kann. „Wir schreiten mit einem sehr ausgeglichen Ansatz voran und es wird wahrscheinlich 20-30 Jahre dauern. Schutzinseln wieder herzustellen und Marsch zu entwickeln braucht Zeit. Wir werden anpassungsfáhiges Management verwenden. Wir setzen ein kleines Teil ein und schauen wie es sich anpasst; und falls es funktioniert, fahren wir fort. Wenn nicht, passen wir es an. In Ingenieurssprache nennen wir es „vorausschauende Konstruktion”. Das bedeutet wir entwickeln ein System, das mit vielen verschiedenen Situationen klar kommt, anstatt nur einem einzigen Zweck dient.” Auf die Frage, ob diese Art von „vorausschauender Konstruktion” neu sei, antwortete Riley: „Ich habe diesen Begriff bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gehórt. Das Problem ist die Mittelbeschaffung fúr diesen Zweck. Unsere Arbeit basiert auf Kostenteilung und die Sponsoren mússen zahlen. Daher kann es sein, dass sie diese Art von Konstruktion nicht wollen. Sie wollen, dass ihre Region beschútzt wird. Aber dafúr benótigen wir dieses Konzept in der Zukunft. Daher konstruieren wir in einer vorausschauenden Weise und wenden dann anpassungsfáhiges Management an. Vorausschauende Konstruktion ist „proaktiv”, wohingegen anpassungsfáhiges Management „reaktiv” ist. Ich móchte, dass sie beides verstehen – zu erwarten was man sehen kónnte und antworten auf das, was man sieht. Das ist Teil unserer neuen Risikodiskussion mit unseren Interessensvertretern. Unsere Pláne haben damals auf der Entwicklung der nationalen Wirtschaft basiert: Gab es einen wirtschaftlichen Vorteil, der die Kosten úbertraf? Es war eine Kosten-/Vorteilsrechnung als man die Deiche in New Orleans baute. Nun bewegen wir uns in Richtung eines Entscheidungssystems, das auf Risiko basiert. Das ist bahnbrechend, prototypisch und noch nie zuvor da gewesen. Wir haben Experten eingeholt und dieses System entwickelt: Was ist das Risiko fúr die Bevólkerung? Was ist das Risiko, wenn wir die falsche Alternative wáhlen? Was ist das Risiko fúr die Umwelt, wenn man eine Alternative wáhlt? &ndash daher wird man mehr und mehr Diskussionen úber Risiko und Risiko-Verringerung sehen wáhrend wir voranschreiten.” General Riley meinte: „Das ist wirklich bahnbrechend. Die Risikokarten, die wir fúr New Orleans erstellen werden ihnen ihr jáhrliches Risiko aufzeigen. Das ist das erste Mal, dass so etwas gemacht wurde und Experten aus der ganzen Welt haben dabei mitgeholfen. Die Herausforderung ist nun die Kommunikation dieses Systems. Wir haben diese ganze Ingenieursleistung, die ein ganzes Zimmer fúllen wúrde, aber es muss den Leuten etwas bedeuten. Deswegen arbeiten wir mit den Gemeindefúhrern, dem Búrgermeisteramt, den Pfarrgemeinden zusammen; bisher allerdings nur in New Orleans. Als wir ihnen zuerst davon erzáhlt hatten, meinten sie: „Wir versuchen die Menschen zurúck zu holen und Investoren fúr die Region zu finden. Erschreckt sie nicht, indem ihr ihnen sagt, wie hoch das Risiko ist.” Und wir haben gesagt: „Nein, das kónnen wir nicht tun. Es liegt in unserer Verantwortung sie zu informieren. Daher lasst uns herausfinden, wie wir ihr Risiko verringern kónnen.” Wir mússen die Óffentlichkeit úber das jetzige Risiko und úber das zukúnftige Risiko informieren und darúber wie wir dieses Risiko durch Háuser auf Stelzen, flutsichere Háuser, Bereinigung der Überflutungsgebiete, Umsiedlung der Háuser und Evakuierungspláne weiter verringern kónnen.” Riley zufolge „gab es darúber viel Gespráchsstoff in den letzten Jahren, aber nie die Mittel um etwas dagegen zu unternehmen. Deswegen haben wir uns mit unserem IPET-Report hineingestúrzt (der „Hurrikan Katrina Interagency Performance Evaluation Task Force”). Der Report umfasst 6000 Seiten (https://ipet.wes.army.mil/). Wir haben ihn zunáchst als forensischen Report verfasst und haben ihn dann erweitert, indem wir uns sagten: „Okay, was machen wir nun hiermit? Was kann man verbessern? Was kónnen wir besser machen?” Also haben wir die $20-30 Millionen genommen und haben sie in bessere Techniken und Modelle investiert, um ein wirklich nachhaltiges System zu erstellen. Wir hatten keine Ahnung wie viel es kosten wúrde und daher auch keine Ahnung wie lange es dauern wúrde. Und wenn man dann noch von einem ganzen Kústen-Ókosystem spricht, ist das eine große Sache, da es noch nie zuvor gemacht wurde. Wir haben uns das gesamte System angeschaut – sowohl strukturelle, als auch unstrukturell Ansátze. Das ist Teil des Engagements zum neuen kollaborativen Wissen úber nachhaltiges und ganzheitliches Ingenieurswesen. Riley gibt mit ungezúgelten Enthusiasmus wieder: „Ich denke es ist sehr aufregend, da es das erste Mal in diesem Ausmaß ist.” Noch aufregender ist, dass diese Methodologie fúr jeden Staat angefertigt wurde; und ohne Zweifel wird ihr Auftauchen einen riesigen Einfluss auf die Zukunft der Konstruktion haben. |
