Unsere nachhaltige Doktrin der Entdeckung |
© Larry Workman Wissenschaftler durchleben ein nachhaltiges “Ritual der Entdeckung” und markieren ihr Territorium, indem sie „neue” Prozesse und Vorgehensweisen mit dem „Wappen” ihrer zugehörigen Universität oder Organisation versehen. Beispiele sind „neue” Initiativen, wie das „Ökosystem Management”, „geprüfte “grüne” Produkte” und „nachhaltige Forstwirtschaft”. „Entdeckung” bedeutet symbolischer Besitz und wird kontinuierlich damit durchfärbt, dass die anwesende Organisation versucht seinen „Anspruch” oder seine Philosophie, als die einzig wahre Methode – ob es „Grünzertifzierung”, Kohlenstoffemissionserlaubnisse oder das nächste Bio-irgendetwas ist – den Planeten zu retten, durchzusetzen. Ironischerweise wurde die Doktrin der Entdeckung historisch von den Europäern in der gleichen Weise verwendet, um in derselben Weise Besitz über Stammesland zu fordern. Sie erreichten dieses Ziel indem sie das Land als „terra nullus” erklärten, was bedeutet, dass das Land nicht verwendet wurde. Ihre offensichtliche Ignoranz verachtete nicht nur die Stammeswerte und die Kultur, sondern verkörperte auch ihr totales Fehlen jeglichen qualitativen Verständnisses des eigentlichen Landwertes. Hunderte Jahre später geht diese Denkweise weiter, indem die westliche Kultur Land mit Wert für eine einzige Generation oder sogar für ein paar Generationen identifiziert. Zum Beispiel wurden im Namen von Gifford Pinchot symbolisch umweltverträgliche Flaggen in Wälder „gepflanzt”. Ja, er hat Werte und Philosophien repräsentiert, die seiner Zeit voraus waren im Vergleich zu den damals zeitgemäßen europäischen Philosophien. Nichtsdestotrotz hingen diese voraus denkenden Philosophien immer noch sehr zurück im Vergleich zu der Jahrtausende alten Indianischen Philosophie. Die „neuen Amerikanischen” Werte wurden von einer Person in einer Lebenszeit oder einer Generation entwickelt, wohingegen Stammeswerte für ihr Land über viele Generationen und Jahrtausende hinweg entwickelt wurden. Seit Beginn ihrer Existenz haben Stammesleute nachhaltig gelebt und das „terra nullus” Land zum Jagen, Sammeln, Weiden und für sein spirituelles Dasein genutzt. Namen, die innerhalb des Stammeslandes mit verschiedenen Orten assoziiert werden, erinnern über viele Generationen hinweg an ihren einzigartigen Wert. Zum Beispiel war „Wallulapumpo” der Stammesname in Walla Walla, Washington, USA, der bedeutete: „der Ort, an dem der Wind das Gras wie Wellen bewegt.” Wenn man 10 Leute nach der Bedeutung von Gifford Pinchot fragen würde, bekäme man wahrscheinlich 10 verschiedene Antworten. Wenn man jedoch ein Stammesmitglied, der die Walla Walla Sprache versteht, nach dem Wert seines Ortes fragen würde, könnte man jemanden von vor 5000 oder in 5000 Jahren fragen und man bekäme dieselbe Antwort: „der Ort, an dem der Wind das Gras wie Wellen bewegt.” Es ist viele Jahre her seit die ersten Europäer Fuß auf Stammesland gesetzt haben. Leider ignorieren viele Organisationen den Beitrag der Stämme heute noch immer total oder schreiben lediglich irgendeinen symbolischen Brief „Lieber Stammesvorsitzender,”, um ihr Gewissen zu beruhigen. Wir könnten viel mehr erreichen, wenn wir uns zusammenschließen würden und Stämme mit Regierungen und Organisationen zusammen brächten; dann könnten wir „unsere (kollektive) Doktrin der Entdeckung” entwickeln. Einerseits könnte dieses Ziel durch die Organisation von Foren oder gesetzlichen Komitees erreicht werden. Diese setzen sich aus Staats–, Stammes–, Bezirks– und Gemeinderegierungen zusammen. Zusätzlich werden Nichtregierungsorganisationen als unabhängige Beobachter ebenfalls vor Ort sein. Wir müssen außerdem unsere westlichen und indianischen Werte und Traditionen miteinander teilen und vermischen, um eine Wertstellung zu erreichen, die noch in 5000 Jahren verstanden werden wird. Nachhaltige Foren order Vertragsräte sollten so wie 1992 in Rio durchgeführt werden. Aber wir sollten auch das Europäische Entdeckungsdokument von 1492 noch einmal überarbeiten, indem man die Rechte der einheimischen Völker mit einbezieht und anerkennt und indem man diese Rechte durch die gemeinsame Gründung „unserer” nachhaltigen Doktrin der Entdeckung weiter ausdehnt. |
