Grün leben |
Was macht Teppich "grün"? |
Dem früheren U.S. Gesundheitsminister General Richard H. Carmona zufolge hat der Prozentsatz von Indoor Luftqualitätsbewertungen, die vom „Center for Disease Control (CDC)” (Zentrum für Krankheitskontrolle) durchgeführt werden, in den letzten 25 Jahren von 0,5% auf 52% zugenommen. Anders gesagt haben die Indoor Luftqualitätsmessungen von einer in jeder 200. auf einer in jeder zweiten zugenommen. Während diese Messungen überraschend sind, korrelieren sie direkt mit Admiral Carmonas Studie über Indoor Luftqualität in nichtindustriellen Strukturen – das heißt in Büros, Schulen, Häusern, Apartmentkomplexen und Fahrzeugen. Gemäß seinem bahnbrechenden Report vom Januar 2005 verbringen Amerikaner erstaunliche 85 bis 95 Prozent ihrer Zeit drinnen. Dies ist eine signifikante Änderung des Lebensstils im Vergleich zu früheren Generationen und macht die Luftqualität im Haus nicht nur zu einem heißen Thema, sondern auch zur größten Gesundheitssorge des Landes. Carmona zufolge hat die Asthmarate von jungen Kindern daher in den letzten 15 Jahren um 160% zugenommen. Heute hat eines aus 13 Schulkindern Asthma. Carmona betonte, dass „wir neben unserer Sorge über die Außenumwelt, die Verschmutzung und den Smog, mindestens ebenso viel Wert auf das lange übersehene Problem der Innenumwelt legen müssen.” Da Teppich fast 70 Prozent der U.S. Fußböden bedeckt, ist es wichtig die Auswirkungen auf Amerika zu gliedern, besonders wenn man die bemerkbaren Gesundheitsrisiken bedenkt. Während dem „Killerteppich” Schreck Anfang der 90er haben die Leute gezögert in Teppich zu investieren, weil sie aufgrund des möglichen Effekts in ihrem Haus unsicher waren. Ein üblicher Mythos war, dass Teppich die flüchtige organische Verbindung (FOV) Formaldehyd beinhaltete; doch Frank K. Hurd (Vizepräsident und COO des „Carpet and Rug Institute (CRI)”) zufolge, wurde Formaldehyd seit über 20 Jahren nicht mehr in Teppichen verwendet. FOVs sind Chemikalien, die zur Herstellung von vielen Baumaterialien, Inneneinrichtungen, Textilien, Büromaterialien, Reinigern, persönlichen Pflegeartikeln und Pestiziden verwendet werden. Gemäß der „U.S. Environmental Protection Agency (EPA)” (Umweltschutzagentur) sind FOVs im Haus üblich und ihr Level kann drinnen zehn– bis tausende Male höher sein als draußen. Eine einzige Innenluftprobe kann irgendwo von 50 bis zu hunderten von individuellen FOVs enthalten – Reizungen, die Kopfweh verursachen, Augen–, Nasen– und Halsirritation, wie auch Schwindelgefühl, um einige bekannte Komplikationen zu nennen.
© iStockphoto.com/eurobanks FOVs werden als flüchtig bezeichnet, da ihre Chemikalien bei Zimmertemperatur verdunsten und in die Luft entweichen können. Das so genannte „off-gassing” verursachte die Teppichparanoia in den frühen 90ern. Hurd meint jedoch, dass „off-gassing generell kein Problem ist. Innerhalb von 30 Tagen gibt es bei Teppich kein off-gassing mehr. Tische und Stühle in ihrem Büro verursachen mehr off-gassing als der Teppich.” Tatsächlich ist Teppich der geringste FOV Freisetzer unter Indoor-Produkten wie Farbe, Bodenklebstoff, Bodenwachs und Wandbedeckung. Eine weitere übliche Fehleinschätzung ist, dass Teppich zu Asthma und Allergien unter Erwachsenen und Kindern beiträgt. Keine wissenschaftliche Studie belegt jedoch den Zusammenhang von zunehmenden Allergie– und Asthmafällen mit der Teppichnutzung. In der Tat haben Forschungsberichte genau das Gegenteil illustriert. Eine 15-jährige schwedische Studie entdeckte keinen Zusammenhang zwischen Teppichnutzung und Vorkommnissen von Allergien oder Asthma. Überraschend genug ist daher die 30-prozentige Zunahme von allergischen Reaktionen unter der allgemeinen Bevölkerung trotz einem 70-prozentigen Rückgang in der Teppichverwendung. Eine weitere gewichtige Analyse wurde im Namen des „European Community Health Survey” (Europäische Gesundheitsumfrage) durchgeführt und beinhaltete 19218 Subjekte von 38 Gesundheitscentern aus 18 verschiedenen Ländern, inklusive der Vereinigten Staaten. Die Daten waren übereinstimmend, da sie zeigten, dass angepasste Teppiche in Schlafzimmern mit weniger Asthmasymptomen und bronchialen Reaktionen verbunden waren. Die Ergebnisse wurden bei Leuten, die gegen Staubmilben empfindlich sind, noch verdeutlicht. Trotz dem was deine Mutter dir möglicherweise erzählt hat, fängt Teppich eigentlich Allergene ein und wirkt als Filter. Studien haben die Verteilung von Luftstaub gemessen, der mit normalen Aktivitäten an glatten Oberflächen und auf Teppichböden assoziiert wird. Ergebnisse zeigen auf, dass das Gehen auf festem Untergrund mehr Partikel aufwirbelt, die dann in die Luft und die Atemzone gelangen. Im Gegensatz hierzu speichern Teppichböden mehr Partikel, sodass das Laufen auf dem Teppich weniger Staub aufwirbelt und in weniger Partikeln im Atembereich resultiert.
© iStockphoto.com/Brasil2 Als Antwort auf die Sorge wegen FOVs und anderen Gesundheitsauswirkungen hat das CRI Programme implementiert, die belegen, dass Teppich frei von potentiell gefährlichen Chemikalien ist. Dem Präsident des CRI, Werner Braun zufolge „führte das CRI 1992 als freiwillige Antwort auf die Qualitätsfragen bei Innenluft ein Green Label Programm ein. Seit seiner Einführung hat das Green Label Programm seinen Standard freiwillig dreimal herunter gesetzt. Teppich wurde daher nicht nur zum geringsten Abgeber von FOVs unter den gesamten Fußbodenbelägen, sondern auch zu einem der geringsten FOV Abgeber unter allen Produkten im Haus und im Büro. Erst kürzlich wurde ein neues Green Label Plus enthüllt; es prüft nicht nur nach mehr Chemikalien, sondern hat eine niedrigere Schwelle für die kommerzielle Umwelt eingeführt. Dieses unabhängige Überwachungsprogramm für Teppich übertrifft sogar die Kalifornischen Qualitätsstandards für gering–emittierende Produkte. Ein ähnlicher Aufwand wurde für ein Green Label Programm bei Klebstoffen ins Leben gerufen.” Nachhaltigkeitsüberlegungen wie Produktlebensverlängerung, Recycling und der Beitrag zur Energieeffizienz kommen ins Spiel, wenn man die Umweltfreundlichkeit von Teppich bewertet. Dank Technologie ist Teppich heutzutage flecken– und schmutzresistenter als je zuvor; aber Industrieumfragen zeigen, dass Teppich entfernt und vorzeitig ersetzt wurde, weil sie einfach zu schmutzig wurden. Durch Tests entdeckte das CRI, dass viele Reinigungsprodukte nicht nur schlechte Arbeit geleistet hatten; sie hatten das Problem sogar schlimmer gemacht, indem sie Putzmittel hinterließen, die Schmutz anzogen. Das CRI „Seal of Approval (SOA)” Testprogramm kam zu dem Schluss, dass nur vier der 25 geprüften Produkte besser reinigten als Wasser. Braun meint: „Das SOA Testprogramm wurde schließlich auf tief reinigende Produkte ausgeweitet, um zu sichern, dass sie ihrem Standard entsprachen und um dem Konsumenten wichtige benötigte Informationen zu liefern, um seine Investition zu schützen. Das SOA Programm hat seither Staubsauger zu den Tests hinzugefügt und identifiziert erfolgreich Produkte, die funktionieren. Noch einmal, all das soll den ökologischen Fußabdruck von Teppich reduzieren, indem man ihn über seine Nutzungsdauer hinweg auf dem Boden belässt.” Während das Reinigen von Teppich zwingend ist, ist es offensichtlich, dass kein Teppich ewig hält. Derzeit werden jährlich 2,13 Milliarden Kilogramm Teppich auf Müllhalden gebracht und diese Zahl wird steigen. In Laiensprache ergibt diese Zahl 13 Billionen BTUs – genug Energie, um 106.000 Häuser pro Jahr zu versorgen oder um pro Jahr 408,24 Millionen Liter Benzin zu produzieren – genug um jährlich 4,32 Milliarden Kilometer zu fahren. Um diese Herausforderung zu meistern hat das CRI ein historisches Abkommen mit den Staats– und der Bundesregierung unterschrieben, um bis 2012 eine 40%ige Umleitung von den Müllhalden zu erreichen. Aus dieser Vereinbarung wurde „Carpet America Recovery Effort (CARE)” als "501c3" gemeinnützige Organisation gegründet, um als Erleichterung, Berater, Informationsgeber und als Forum für eine Vielzahl von Interessensgruppen zu wirken und um Fortschritt in CARE's Zielen zu vereinfachen. Dieses Ziel ist Braun zufolge ganz einfach „die Entwicklung von marktorientierten Lösungen für das Recycling und die Wiederverwendung von benutztem Teppich.” Bemühungen sind auf nationaler Ebene vorhanden, um Optionen für das Recycling von altem Teppich zu vermehren und um aus altem Teppich neuen herzustellen. Eine Anzahl von Alternativen existiert, um Teppichabfälle zu kontrollieren: direkte Wiederverwendung, Reinigung, Recycling von alten Teppichträgern in neue Teppichträger und „Teppich zu Teppich” Recycling. Allerdings kann keinesfalls das ganze Teppichmaterial für neuen Teppich verwendet werden, sodass bedeutende Mühe auf andere Produkte konzentriert wird, die benutzte und postindustrielle Materialien wie Nylonbretter, Dachziegel und andere Dinge beinhalten, die wiederum aus recyceltem Teppich gewonnen wurden. Ein weiterer wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor, der Teppich „grün” macht, ist seine Fähigkeit, den Energieverbrauch zuhause zu reduzieren. Der Konsument von heute ist sich des Energieeffizienzwertes eines Produktes zunehmend bewusst. Amerikas Wohnsektor verschlingt derzeit ungefähr 12% des gesamten jährlichen Energiekonsums für Heiz– und Klimaanlagen. Eine Thermalstudie für Teppich deutete an, dass eine Teppich-Polster Kombination Wärmeverlust um bis zu 54% reduziert, wenn man sie auf einem unisolierten Holzboden verwendet. Um bis zu 72% Reduktion bringt sie, wenn man sie auf unisolierten Betonfliesen anbringt. Diese Zahlen bringen bis zu 15% Ersparnis bei der jährlichen Heizrechnung. Eine weitere neueste Innovation der Teppichindustrie stellt die Einführung des „Sustainable Carpet Assessment Standard” (Teppichbewertungsstandard) oder NSF 140 dar. „Architekten, Designer und Endnutzer haben nun einen Standard mit dem sie Teppiche identifizieren können, die Umweltauswirkungen reduziert haben. Das erste „American National Standards Institute (ANSI)” hat den Standard NSF 140-2007 für ökologisch bevorzugte Baumaterialien anerkannt. Dieser wurde bei der „Greenbuild 2007” Konferenz und Ausstellung des „U.S. Green Building Council” in Chicago vorgestellt. Der einheitliche Standard für nachhaltigen Teppich ist freiwillig und basiert auf Regeln zur Lebenszyklusbewertung (LZB). Die ersten zertifizierten Teppichprodukte werden zum zweiten Quartal 2008 auf dem Markt erwartet. Das NSF Siegel wird auf der Verpackung von zertifizierten Produkten erscheinen, um Übereinstimmung mit den Vorgaben zu demonstrieren”, erklärte Braun. Für weitere Informationen zum DSF 140-2007 gehen Sie bitte auf www.nsf.org/info/carpet. Teppich ist nicht nur grün und nachhaltig, sondern bietet einen einzigartigen Weg, um kaufmännische Gebäude und Wohnhäuser zu dekorieren. Teppiche gibt es in einer Großzahl von interessanten Farben, Stilen und Strukturen, die Zimmern einen großartigen Akzent geben können. Teppich verbessert auch die Raumakustik und vereinfacht die Konversation mit Freunden oder das Zuhören beim Fernsehen. Mit dem älter werden der „Babyboomer” ist es wichtig zu erwähnen, dass Teppich weiche Oberflächen und sehr gute Rutsch– und Stolperprävention bietet. Teppich bietet zudem überwältigende Vorteile für die Gesundheit, die Finanzen und den Stil. Wenn man die richtigen Produkte und eine proaktive Einstellung zur Teppichpflege hat, kann jeder dazu beitragen, dass Teppich grün bleibt und ihm ein langes, volles Leben verliehen wird. Braun meint das auch: „Teppich hat viele wundervolle und nützliche Vorteile, angefangen bei seiner Wärme und seinem Komfort unter den Füßen, bis hin zu seiner Gabe, Allergene einzufangen und sie aus der Atemzone zu halten. Seine einfache Reinigung und die Kosteneinsparungen im Vergleich zu anderen Böden, sowie die Sicherheit vor Rutschen und Stolpern, sind alles dokumentierte Vorteile.” Außerdem erklärt Braun die Hingabe der Teppichindustrie zur Nachhaltigkeit, indem er sagt: „Die Teppichindustrie versteht, dass keine Industrie auf Kosten unserer Umwelt, unserer Gesellschaft und unseren Menschen überdauern kann. Wir sind alle zusammen auf dieser Welt und unsere Produkte sollten unsere Hingabe zur Ausgeglichenheit zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Beiträgen wiedergeben.” Konsumenten und Professionelle können gleichermaßen ausführliche Informationen über die Teppichauswahl, Einrichtung, Erhaltung, Produkte und Innenluftqualität finden, indem sie die Websites des CRI (carpet-rug.org, www.carpet-health.org und carpetrecovery.org) besuchen oder indem sie die kostenfreie Telefonnummer des CRI (1-800-882-8846) anrufen. |
