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Umweltschutz und entsprechende Landnutzung |
| Von: Alex Beehler, Acting Deputy Under Secretary of Defense (Installations and Environment) |
© Foto: Department of Defense Es ist ein Akt, der sich in der ganzen Nation wiederholt. Überall wird kostbares Land, das seit Jahrhunderten Farmland oder seit Jahrtausenden Wildnis war, zunehmend von Entwicklern als Neubaugebiet erworben und wird dann als „unberührtes Land” vermarktet (obwohl es manchmal gar keines ist). Im Kampf gegen Gemeindeaktivisten aus den Vorstädten haben Treuhandgesellschaften („land trusts”) und Umweltgruppen einen neuen Verbündeten: Das Verteidigungsministerium (Department of Defense (DoD). Während die Stadtgrenzen sich immer weiter von ihren Stadtkernen entfernen, erkennen neu ankommende Nachbarn, dass sie möglicherweise ein paar laute Nachbarn haben. Zu Zeiten des 2. Weltkrieges ursprünglich Meilen weit entfernt von der Stadt gebaut, sind die militärischen Einrichtungen nun teilweise neben Wohngebieten, als Folge ausreißender Entwicklung und schlechter Entscheidungen bezüglich der Landnutzung. Um die Probleme, die durch die Entwicklung auftreten, anzusprechen, hat der Kongress das Verteidigungsministerium im Jahr 2003 dazu ermächtigt, sich mit staatlichen und lokalen Regierungen und gemeinnützigen Organisationen, wie dem „Trust for Public Lands”, der „Nature Conservancy”, dem „Conservation Fund” und lokalen Treuhandgesellschaften, zusammen zu schließen, um Land und deren Nutzungsrechte nahe der Militärstationen zu akquirieren. Das Ergebnis –die „Bereitschafts– und Umweltschutzinitiative”– hat geholfen, notwendige Pufferzonen um die Militäreinrichtungen zu schaffen, wobei man gleichzeitig zum Schutz der Ökosysteme und zur Sicherung und Restauration von gefährdeten Spezies beiträgt. Eine natürliche Zusammenarbeit Obwohl eine Partnerschaft zwischen dem Verteidigungsministerium und Umweltorganisationen unwahrscheinlich erscheint, hat die „Nature Conservancy” schon einmal mit dem Ministerium zusammen gearbeitet und zwar unter den Rahmenbedingungen eines Gesetzes aus dem Jahr 1960 – dem „Sikes” Gesetz. Das Gesetz erlaubt die Nutzung öffentlicher Mittel zum Schutz von Wildgehegen auf Militärgebieten und war die Folge einer Drohung an das DoD seitens einer Umweltgruppe. Die Gruppe drohte dem DoD mit einer Anklage wegen sich verringernden Populationen von gefährdeten Spezies auf dem Militärstützpunkt Fort Bragg in North Carolina.
© Foto: Department of Defense Statt dass man die Sache zu einem langwierigen Disput gemacht hat, war die Anklage für das DoD eine Chance, um mit dem „U.S. Fish and Wildlife Service” und Umweltgruppen zusammen zu arbeiten, um bessere Gehege für Spechte, auch außerhalb von Militärstationen zu finden. „Das war ein wichtiges Ereignis”, sagte Rick Studenmund, der die Zusammenarbeit zwischen der „Nature Conservancy” und der Armee in Fort Bragg koordiniert. „Was uns zusammen brachte war die Erkenntnis, dass das was mit den Wildgehegen passierte, sowohl wichtig für die Spezies selbst, aber auch für das Militär ist. Wir fingen an, miteinander und mit gewillten Landbesitzern zu arbeiten, um schützende Puffer auf privatem Land nahe Fort Bragg zu errichten. Das half dabei, das Überleben der Spezies zu sichern und gleichzeitig half es dabei, sicher zu stellen, dass die Armee weiterhin ihre Soldaten trainieren konnte.” Der Ausbau der Partnerschaft mit den Umweltorganisationen war eine natürliche Zusammenarbeit. Jim van Ness, ein Anwalt für Umweltschutz im Pentagon, erklärt: „Im DoD sind wir Novizen wenn es um die Verhandlung und die Akquisition von Umweltnutzungsrechten geht und wir benötigen ausgezeichnete Landmanager, um das gekaufte Land zu pflegen. Wir legen hier Wert auf die Trainingsmission; sie arbeiten, um das Wildgehege auf der Basis und außerhalb der Basis zu finden und zu beschützen. Hoffentlich können wir dadurch ohne die Drohung von weiteren Restriktionen operieren. Man könnte sagen, dass wir es auf die harte Tour gelernt haben, dass die Wildnis ein viel besserer Nachbar für eine Militärstation ist als ein Wohngebiet.” Im Juni 2006 gaben die U.S. Armee und der „U.S. Fish and Wildlife Service” die Genesung der Rotkopfspecht-Populationen in North Carolina bekannt und zwar fünf Jahre früher als erwartet – die erste Genesung, die je für diese Spezies dokumentiert wurde.
© Foto: Department of Defense Als Zuhause von mehr als 30 gefährdeten Spezies und fünf landesweit gelisteten gefährdeten Spezies ist Fort Bragg unter den Militärstationen im Land als Zufluchtsort für Wildtiere nicht der einzige. Seine 65.154 Hektar sind auch Zuhause einer der größten verbleibenden Gegenden für Langblatt-Kiefern und „wiregrass” (Aristida stricta) Wäldern – ein gefährdetes Ökosystem, das einst die südöstliche Landschaft von Virginia bis nach Texas dominierte. Wie andere Ökosysteme ist auch die Langblatt-Kiefer auf gelegentliche Waldbrände angewiesen. Im Vergleich zu ungeschützten Gebieten, die aufgrund von Bränden ihre biologische Vielfalt verloren haben, behält das Land um Fort Bragg seine kostbaren Umstände durch kontrollierte Feuer, die den Wald für militärische Übungszwecke offen halten. Außerdem werden so unabsichtliche, durch Munition ausgelöste Brände vermieden. Während das Ministerium mit seinen Partnern zusammen arbeitet, um weitere Gebiete rund um Fort Bragg zu schützen, entwickelt sich dieses Land zu einer Oase für Rotkopfspechte und andere Spezies, die zum Überleben von ihrem Ökosystem abhängen. Diese Vorgehensweise wird auf anderen Militärstützpunkten wiederholt – auf ungefähr 425 Stationen mit einer Gesamtfläche von 12 Millionen Hektar. Insgesamt gibt es dort fast 330 gefährdete oder bedrohte Spezies. Diese Zahl ist sogar höher als die gefährdeten Arten in den Nationalparks, die nahezu dreimal so viele Hektar umfassen. Ausreißende kommerzielle Entwicklung stellt ein Problem dar, das weiter reicht, als Lärmbeschwerden der Nachbarn in den neuen Wohngebieten. Wenn sie anderswo keinen Unterschlupf mehr finden, lassen sich die Spezies auf den Militärstationen nieder. Van Ness sagt: „Während wir von unserer Seite aus die Wildschutzgebiete sichern, werden sie draußen aufgegeben, so dass unsere wichtiger denn je sind.” Ironischerweise war der Druck, bedrohte Arten zu schützen, ein signifikanter Faktor, den das Ministerium bei seinen Stützpunkschließungen im Jahr 2005 beachtete. Dies führte zum Argument, dass das Militär Gemeinden „umzingeln” sollte, bei denen der Umweltschutz zuvor von niedriger Bedeutung war. Doch das Militär kann nicht einfach neue Stützpunkte anderswo errichten, sagt Bob Barnes, pensionierter Obergefreiter, der nun für „Nature Conservancy” arbeitet. „Das Militär muss sich gut um das Land kümmern, das es jetzt hat, weil wir wahrscheinlich keine neuen Standorte aufmachen dürfen.”
© Foto: Department of Defense Dieser Fakt bedeutet, dass die Umweltschutzbemühungen allumfassend sein müssen. „Man kann nicht einfach einen kleinen Teil beschützen, in dem die Spezies lebt und dann sagen, man hätte seine Arbeit verrichtet”, erklärt George Carellas, ehemaliger Umweltoffizier bei der Armee. „Was ist, wenn man diesen einen Ort verliert? Was ist, wenn dieser eine Ort für die Militärausbildung kritisch ist? Die Pufferstrategie ist proaktiv und versucht das Ökosystem als Ganzes zu beschützen – nicht nur einige Teile hier und dort.” Wer profitiert davon? Neben Umweltvorteilen durch den Umweltschutz gibt es andere Vorteile, die der Öffentlichkeit zu Gute kommen. An Orten wie Fort Custer in Michigan und Camp Pendleton in Kalifornien – der letztere ist de facto ein grüner Gürtel, der sich zwischen der Stadtentwicklung von Los Angeles und San Diego erstreckt – werden geschützte Landgebiete, die die Stützpunkte umgeben, für die Öffentlichkeit zum Fischen, Wandern und für andere Freizeitaktivitäten freigegeben. Bauern und Viehzüchter haben von diesen Nutzungsrechten ebenfalls profitiert: sie schützen ihren Lebensstil, insbesondere nahe Einrichtungen wie Fort Sill in Oklahoma und Fort Riley in Kansas, wo eine Abmachung mit dem „Natural Resources Conservation Service” des U.S. Landwirtschaftsministeriums neue Möglichkeiten für einen koordinierten Umweltschutz freigemacht hat. Außerdem haben „land trusts” nun eine neue Waffe in ihrem Arsenal, um freie Flächen und den ländlichen Charakter der Region aufrecht zu erhalten. Beispielsweise hat der „Harford Land Trust” im Harford County, Maryland durch finanzielle Unterstützung vom Verteidigungsministerium und dem Militär nun freie Flächen gesichert, anstatt weitere 108 Hektar Land in der Nähe vom „Aberdeen Proving Ground’s Churchville Testgebiet” der Entwicklung freizugeben. Schließlich reichen die Umweltvorteile viel weiter als nur bis zu den eigentlichen Pufferprojekten. Beispiele wie die nahe Camp Pendleton und der Luftstation Beaufort des Marinekorps in South Carolina unterstützen die vorhandenen Umweltschutzbemühungen und bieten zusätzliche Ausbaumöglichkeiten. Das „Northwest Florida Greenway” Projekt – ein Aufwand, um den Eglin Luftwaffenstützpunkt mit dem Apalachicola Nationalwald zu verbinden – bietet einen vitalen Korridor für die freie Bewegung wilder Tiere und biologische Vielfalt zwischen zwei geschützten Gebieten.
„Die Erfüllung von Umweltgesetzen ist nicht der einzige Grund warum das Militär Land auf ihren Stützpunkten schützt”, sagt Barnes. „Die militärische Mission betreffend ist die Umwelt auch ein Teil der Kriegskunst; Soldaten brauchen einen Sumpf, um ein Sumpf zu sein, eine Wüste, um eine Wüste zu sein.” In Zeiten von zunehmender Entwicklung und verschwindenden Zufluchtsorten für gefährdete Spezies, profitiert das Ministerium von mehr substantieller Unterstützung, um Pufferzonen zu errichten, die die Trainingsvoraussetzungen für seine Mitglieder verbessern, aber auch die Lebensqualität für zukünftige Generationen von Amerikanern. Auf dem Weg dorthin freut sich das Verteidigungsministerium auf neu gewonnene Verbündete, die es in seinem Vorhaben unterstützt. |
