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Die Magie eines grünen Daches |
© Foto: Tecta America Corp. "Kein anderer architektonischer Stil bietet solch eine Bandbreite an positiven Effekten für Häuser, ihre Bewohner und die Umwelt. Grüne Dächer erfüllen eine der essentiellen Formen von nachhaltiger Entwicklung: die Versöhnung zwischen Ökonomie und Ökologie", erklärt ein Sprecher der "International Green Roof Association (IGRA)". Aufgrund der ungewöhnlich hohen Sorgfalt, die den grünen Dächern zukommt, kann niemand bestreiten, dass von allen Amerikanischen Grünbautrends die grünen Dächer die Goldstücke der Nachhaltigkeitswelt sind. Aber was genau sind grüne Dächer? Was bewirken sie? Wie funktionieren sie und warum sind sie solch eine klasse Idee? Die meisten Menschen wissen nicht, dass grüne Dächer eine lange, erfolgreiche, europäische Tradition und Geschichte haben. Tatsächlich errichtete König Nebuchadnezzar um 600 v. Chr. die hängenden Gärten von Babylon, eines der Sieben Weltwunder der Antike. Vorläufer von Gründächern, wie die Grasdächer im alten Skandinavien, Indianische Erd- und Vegetationsbedachungen und die etwas aktuelleren "soddies" (Grasdächer) in Nordamerika sind Beweise für das Sprichwort "Alles was einmal alt war wird wieder neu". Deutschland wird als Entwickler von zeitgenössischer Gründachtechnologie vor mehr als 30 Jahren gehandelt. Heutzutage sind geschätzte 12 % der deutschen Dächer grün und dieser Industriesektor erreicht in Deutschland Wachstumsraten von jährlich 10-15 %. Ein Gründach ist ein pflanzenbedeckter Dachgarten, der entweder als integriertes System, das auf dem Dach in eine Anzahl an verwickelten Schichten gebaut wird oder als modulares System, das vor Ort zusammengesetzt wird und auf eine bereits vorhandene Struktur aufgesetzt wird, Anwendung findet. Visuell gesehen verhält sich ein Gründach ähnlich wie seine ökologische Umgebung. Beispielsweise werden Pflanzen im Winter ruhen, wenn auch die Bäume ihre Blätter verlieren. Manche Pflanzen sterben ab, während andere immergrün bleiben. Die Farben ändern sich zu dunkelrot und Brauntönen. Der Frühling bringt dann wärmere Tage und Regenschauer; die Pflanzen sprießen über diese Wachstumsphase hindurch.
© Foto: Tecta America Corp. Es gibt zwei Grundarten von Gründächern: extensive und intensive. Die häufigeren, extensiven Gründächer sind Leichtgewichtsysteme mit dünnen Schichten an dürreresistenten, sich selbst befruchtenden Pflanzen, die wenig Bewässerung oder Düngung benötigen nachdem sie gepflanzt wurden. Extensive Gründächer werden angebracht, wenn der Primärgedanke eine ökologische Bedachung mit begrenztem menschlichem Zugang einschließt. Dieses System kann auf flachen oder geneigten Dächern gebaut werden, die mit speziell angefertigten strukturellen "Taschen" ausgestattet sind und die sicherstellen, dass das Erdmaterial an seinem Platz bleibt und nicht einfach beim ersten Regen weggespült wird. Gründächer werden auf hochqualitativen Membrandachsystemen angebracht. Extensive Gründächer umfassen sechs Schichten: ein wasserdichtes Dachsystem, eine Membranschutzschicht, eine Entwässerungsschicht, eine Filterunterlage, ein leichtgewichtiges Wachstumsmedium und Pflanzen. Diese Systeme haben gewöhnlich eine 7,5 bis 15 cm dicke Wachstumsschicht, die leichter ist als normale Erde, weil sie aus Leichtgewichtaggregaten und minimaler organischer Materie besteht. Das Wachstumsmedium ist so gestaltet, dass es mit der Zeit nicht fault und wenig Zusätze braucht, um genügend Nährstoffe für die Pflanzen bereit zu stellen. Extensive Gründächer sind dazu da, sich selbst zu erhalten und bringen gesättigt ein geringes Zusatzgewicht von lediglich 7,2-15,9 kg pro 0,01 m² mit. Intensive Gründächer sind primär ästhetisch, bieten jedoch Nachhaltigkeit und urbane Verschönerung, indem eine größere Vielfalt an Pflanzen, einschließlich Sträuchern und Bäumen, verwendet wird. Sie benötigen ein ausgeprägteres Wachstumsmedium und verursachen mehr Gewicht. Instandhaltungsbedürfnisse, insbesondere Bewässerung, sind anspruchsvoller; häufig wird ein spezielles Bewässerungssystem empfohlen. Strukturelle Kompatibilität sollte natürlich vor jeder Installation überprüft werden.
© Foto: Tecta America Corp. Auf extensiven Gründächern sollten Pflanzen gewöhnlich innerhalb von zwei Jahren so wachsen, dass die Erde bedeckt ist. Zunächst sind Gründächer recht spärlich mit Hydranten versehen. Generell füllen dann die ersten Pflanzen die Lücken; ein Gründach wird üppig und grün. Dürreresistente einheimische Arten, in der Regel Saft- oder Fettpflanzen, wachsen schnell. Die "Fetthenne" zum Beispiel hat vorteilhafte Adventivwurzeln, was bedeutet, dass sie an den Stielen und Blättern in einer geeigneten Umgebung neue formen kann. Gründächer sind lebende Systeme, sodass die richtige Pflege kritisch für ihr Überleben und ihre Entwicklung ist, insbesondere während der ersten 24 Monate. Und da es immer noch ein Dach darstellt, sind Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Gründachinstallateure müssen ihr Handwerk verstehen. Manche bieten Instandhaltung als Teil ihres empfohlenen Absicherungsplans an. Während heißen, trockenen Perioden sollte die Anlage Wasser bekommen. Während Bewässerung intuitiv gegen ein Dach spricht, das so gestaltet ist, dass es Regenwasser auffängt und speichert, ist Bewässerung zwingend notwendig, um ein gesundes, funktionierendes und langlebiges Gründachsystem zu erhalten. Ökologische und sonstige Vorteile
Die IGRA hält die folgenden privaten Vorteile von Gründächern fest:
© Foto: Tecta America Corp. Die anfängliche Gründachinstallation kann 1 1/2 bis 2 Mal so teuer sein wie bei traditionellen Dächern. Aber mit korrekter Pflege kann ein Gründach die Nutzungsdauer des Daches verdoppeln. Addieren Sie Heiz- und Kühlersparnisse, die über die Nutzungsdauer amortisiert werden und sie erhalten ein gepflegtes Gründach, das günstiger ist. "Gründächer können Millionen von $ an Energieverbrauch einsparen, die Luftqualität verbessern und Treibhausgase reduzieren. Wir sind dazu verpflichtet, Gründächer als Teil unseres zukünftigen kommerziellen Bedachungsaufwand mit in unser Programm aufzunehmen", sagte Tecta America's Programmmanager für Gründächer, Angie Durhman. Ökologisch bedachte Führungspersonen in Städten wie Washington, D. C., Seattle, Minneapolis und Chicago stimmen überein, während sie weiterhin Anreize für Gründächer in Programme integrieren, die auf dem Modell Europäischer Vorbilder basieren. Als Teil von Bürgermeister Dalev's Bemühungen, Chicago zur umweltfreundlichsten Stadt in der Nation zu machen und als Zusatz zu den Zuschüssen für Gründächer, verlangt die "Windy City" (dt.: Stadt des Windes) nun, dass Gebäude, die Steuerzusatzfinanzierungen erhalten, ein Gründach als Teil ihrer Konstruktions- und Gebäudepläne beinhalten. Die "American Society of Heating, Refrigerating and Air Conditioning Engineers [ASHRAE]" hat sogar eine Studie über das Dach des Rathauses in Chicago durchgeführt und stellte eine direkte Korrelation zwischen verringerter Lufttemperatur der Umgebung und Verbrauch von Energie zur Kühlung fest. Jede Gradverringerung in Fahrenheit führte einen 1,2 prozentigen Nachlass in Energieverbrauch für Kühlung herbei. Das schlägt sich in enormen Einsparungen nieder, weil - an einem 32 Grad Celsius warmen Tag - die Gründächer eine Temperatur von 35 Grad beibehalten, im Vergleich zu brütenden 71 Grad Oberflächentemperatur bei dunklen Dächern. Die Studie nimmt an, dass über eine Zeitspanne von 10 Jahren, jährlich $100 Millionen an Kühlkosten eingespart werden könnten, falls alle Gebäude in Chicago mit grünen Dächern ausgestattet werden würden. Diese Strategie würde auch chemische Prozesse verlangsamen, die Bodenozon, Stickstoffoxide und Smog produzieren. Außerdem würde die Freisetzung von Schwefeldioxiden aus kohlegefeuerten Heizungen reduziert werden.
"Gründächer kommen der Nachbarschaft und Umwelt in vielerlei Hinsicht zu Gute. Daher werben die zukunftsorientierten Städte weiterhin mit ihnen, wenn sie neue Konstruktionen oder Renovierungen in Angriff nehmen", erklärte Durhman. Wenn man die höhere Nutzungsdauer und langfristig niedrigeren Instandhaltungskosten, sowie die Energieersparnisse und Steuervorteile über die Zeit gesehen bedenkt, kosten Gründächer generell ungefähr genauso viel wie traditionelle Dächer. Die Umwelt- und sozialen Vorteile sind jedoch preislos. |
