Warm Springs, Wasco und der Paiute Indianerstamm |
Das Erbe für zukünftige Generationen |
| Von: Jim Manion, member of the Wasco Tribe, General Manager, Warm Springs Power and Water Enterprises |
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Ein Indianischer Aufseher aus dem 19. Jahrhundert sagte einmal, dass das Indianerreservat „Warm Springs” eines der ärmsten Reservate sei, das je errichtet wurde. Es liegt an der zerklüfteten östlichen Linie des Cascade Gebirges, ist durchzogen von tiefen Canyons, bedeckt von basaltischen Lavaströmen und unterliegt starken Temperaturschwankungen. Das Reservat war sogar vor Ankunft der Trapper und Siedler größtenteils unbewohnt. Nun sind die 259.000 Hektar das Zuhause von drei Indianerstämmen: Warm Springs, Wasco und Paiute. Nachhaltige Entwicklung wie die Erzeugung von erneuerbarer Energie ist ein wichtiger Teil der Vergangenheit und Zukunft des Reservats. „Das Land war so arm, dass wenige Weiße etwas davon wollten; und die konföderierten Indianerstämme konnten im Gegensatz zu vielen anderen Stämmen das Land gegen Verlust an Weiße schützen”, erklärte Ron Suppah, Vorsitzender des 11-köpfigen Stammesrates, der das Reservat unterhält.
© Foto: Jim Noteboom Obwohl das Reservat wenig anbaufähiges Land besitzt, hat es eine Fülle an Wasser, Sonne, vulkanischer Aktivität und Wind. Das macht es ideal für die Produktion von erneuerbarer Energie. Tatsächlich ist Wasserenergie die Haupteinkommensquelle des Reservats, wobei die Stammesführung starke Unterstützung für die Entwicklung von weiteren erneuerbaren Ressourcen liefert. Als der Amerikanische Kongress im Jahre 1910 erkannte, dass der Deschutes Fluss – der das Reservat zum Osten hin abgrenzt – ein idealer Ort für Wasserkraft ist, verwarf er das Stammesland entlang des Flusses als Bundes– und Indianisches Gebiet für Energiereserven. Jahre später, im Jahr 1955, unterzeichneten die „Portland General Electric Company (PGE)” und der Stamm ein Abkommen, das PGE zum Bau des 440 MW Pelton Wasserkraft-Projekts ermächtigte. Bis zum heutigen Tag ist es das größte Wasserprojekt innerhalb der Staatsgrenzen und liefert genug Energie für ca. 300.000 Häuser. Ein Drei-Damm-Komplex nahm in den folgenden 10 Jahren den Betrieb auf und der Stamm bekam Pachtzahlungen für die Nutzung seines Landes. Als Teil der Abmachung mit PGE erhielt der Stamm das Recht, Generatoren in den Regulierungsdamm einzubauen, falls dieses Projekt je finanziell durchführbar würde. Durch den „Public Utilities Regulatory Policy Act” in den späten 70er Jahren, entschied der Stamm, dass die Zeit gekommen war und nahm 1982 ein 19 MW Kraftwerk in Betrieb, das zum ersten Wasserkraft-Projekt wurde, das von der „Federal Energy Regulatory Commission (FERC)” je an einen Indianerstamm lizensiert wurde. Durch dieses Projekt sammelte der Stamm die nötige Erfahrung, um 1996 eine konkurrierende Bewerbung für die neue FERC-Linzenz für das gesamte Pelton-Projekt einzureichen, dessen Lizenz 2001 auslief. PGE und der Stamm legten schließlich ihre Differenzen bei und stimmten einem dualen Besitzverhältnis zu, indem der Stamm zunächst 1/3 der Anteile von PGE akquirierte und auch das Recht, (über die Dauer der neuen Lizenz hinweg) einen kontrollierenden Anteil zu erwerben. Viele Jahre hatte der Stamm Auseinandersetzungen mit PGE wegen Kompensationsfragen. Als Partner können die Parteien nun gemeinsame Möglichkeiten erörtern. Warm Springs besitzt zusätzlich signifikante Wasserkraft-Potenziale; jedoch kommen hier wahrscheinlich Umweltumstände und Dinge, die die Fische betreffen, in die Quere. Der Stamm und PGE haben mehr als $125 Millionen über die nächsten paar Jahre bereitgestellt, um die Anzahl von Lachsen und Forellen über dem Pelton-Projekt wiederherzustellen. Alle Bemühungen sind darauf gerichtet, um diesen Traum zur Realität zu machen.
© Foto: Jim Noteboom Obwohl die Stammesregierung nun signifikante Unterstützung durch Verkaufserlöse von Energie erhält, hat der Stamm historisch gesehen auf seine Holzvorkommen – mehr als 161.000 Hektar – gezählt, um seine Regierungsdienste aufrecht zu erhalten. Der Stamm hat 1967 das dortige Sägewerk von Nicht-Indianern abgekauft; aber durch den Abschwung in der Holzindustrie haben sich auch diese Umsätze verringert. Zusätzlich sorgte ein Jahrhundert voller Waldbrandbekämpfung dafür, dass Stammes– und angrenzende Nationalwälder immer wieder katastrophalen Wildbränden ausgesetzt waren. Diese Veränderungen führten zu einem einzigartigen Joint Venture zwischen der Stammesführung und Holzunternehmen, aus dem die Entwicklung eines 20 MW starken Biomassekraftwerks hervorging, das aus Holzbiomasse – gesammelt auf Stammes– und umliegendem, öffentlichem Land – betrieben wird. Der Dampf aus dem Werk dient zur Holztrocknung im Sägewerk. „Eine gesicherte Energieversorgung ist der Schlüssel zu jedem Biomasseprojekt”, sagte Cal Mukumoto (Projektmanager). Der Stamm schloss ein „Memorandum of Understanding” über die nächsten 25 Jahre mit dem U.S. Forest Service und dem Büro für Landmanagement über die Versorgung einer großen Menge dieser Energie. Diese Ressource, zusammen mit Kraftstoffen aus Stammes– und privaten Wäldern, inklusive sauberem Stadtholz, liefert eine stabile und sichere Energieversorgung. Die Erlaubnis für das Biomasseprojekt ist beinahe erteilt; ein langfristiger Energieverkaufskontrakt wurde verhandelt. Nun wartet der Stamm auf die Autorisierung für den Produktionssteuerkredit. „Unser Ziel war es, einen marktfähigen Weg zu entwickeln, um mit den ernsten Gesundheitsproblemen des Waldes im Westen umzugehen. Wir glauben, dass das Biomasseprojekt in Warm Springs anderen Entwicklern und Förstern einen klaren Weg nach vorne aufweist”, sagte Delvis Heath, Mitglied des Stammesrats und des Projektentwicklungsteams. Doch „Warm Springs Power & Water Enterprises (WSPWE)" war auch an anderen Fronten aktiv. In den vergangenen 5 Jahren hat die Firma Windströmungsdaten im Mutton Gebirge, auf der östlichen Seit des Reservats, gesammelt. Die Daten sehen viel versprechend aus. Der Stamm hat Windpotential in Form von Klasse 3, möglicherweise so viel wie 150MW. Entsprechend hat WSPWE eine Untersuchung der geothermischen Ressourcen auf dem Land durchgeführt. Der Jefferson-Berg – an der südwestlichen Ecke des Reservats – ist der jüngste Vulkan der Kaskadenkette. Vorläufige Analysen deuten an, dass seine östliche Front enormes geothermisches Potential aufweist. Doch bis dato beinhalten die Analysen aus Kostengründen noch keine Bohrungen. Auf noch einer anderen Seite wurden Möglichkeiten für die Nutzung von Sonnenenergie für das Reservat festgestellt. Die meisten Menschen aus dem Willamette Valley in Oregon sind sich des sonnigen Klimas in Zentral-Oregon bewusst. Es führt dazu, dass in den letzten paar Jahren die Entwicklung von Ferienorten enorm zugenommen hat. Verbesserte Technologie und zunehmende Vorschriften über die Verwendung von erneuerbaren Energien werden Sonnenenergie auch in Warm Springs über kurz oder lang durchführbar machen. Warm Springs ist strategisch positioniert, um auch von Übertragungsmöglichkeiten zu profitieren. Die „Bonneville Power Administration” und PGE besitzen bereits Hochstromleitungen, die das Reservat durchqueren. Der Stamm prüft nun, zusammen mit anderen, die Optionen, um die Übertragungskapazitäten auch über den notwendigen Ost-West-Weg zu erhöhen. Der Stamm steht auch bei anderen Dingen voll und ganz hinter nachhaltiger Entwicklung, zum Beispiel bei der Zertifizierung des „Forest Stewardship Council”. Dieses internationale Symbol für gute Forstwirtschaft wurde Warm Springs vor einigen Jahren verliehen, als Auszeichnung für sein Managementprogramm. Außerdem wurde kürzlich das Pelton Wasserkraft-Projekt vom „Low Impact Hydro Institute” als umweltfreundlich eingestuft. Zudem ist ein Kohlenstoff-Sequestrierungsprogramm in Planung, um Kohlenstoffrechte aus Waldmanagement zu entwickeln. Der Stamm entwirft sogar ein Programm für sein geplantes Kasino, sodass es einen neutralen Fußabdruck hinterlässt.
„Wir glauben, dass wir auf dieses Land gesetzt wurden und es nicht besitzen können. Wir leihen es uns nur. Wir müssen es pflegen, so dass andere, die nach uns kommen, auch einen Platz finden”, folgerte Heath. |
