Going Global |
Bali Weltwirtschaftstag |
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Von: Thorsten Arndt, Communications Manager World Business Council for Sustainable Development |
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Firmen aus der ganzen Welt versammelten sich am 10. Dezember, 2007 zu einem „Wirtschaftstag” auf der UN Klimakonferenz auf Bali in Indonesien, um die Regierungen aufzufordern, eine klare Politik einzuschlagen, die die zukünftigen Energieinvestitionsentscheidungen der Firmen leiten würde. Das Ereignis, das vom WBCSD und der Internationalen Handelskammer (ICC) organisiert wurde, sendete eine klare Nachricht, dass die Wirtschaft ein neues erfolgreiches Rahmenprogramm für den globalen Klimawechsel bis 2012 erreichen will, wenn das Kyoto Protokoll ausläuft. Die Konferenz brachte 350 Führer aus Firmen, Regierungen und NROs zusammen, um die Dinge, die auf dem Spiel stehen, zu überdenken und gleichzeitig neue Wege nach vorne zu erörtern.
© iStockphoto.com/DanCardiff „Firmen haben bereits signifikante Änderungen durchgesetzt bei der Art, wie sie ihre Geschäfte betreiben. Sie führten neue Prozesse, Produkte und Dienstleistungen ein, die Treibhausgasemissionen verringern. Und während die Unternehmen die Herausforderungen erkennen, sehen wir auch Möglichkeiten für Fortschritt und neue Märkte auf dem Weg zu sauberer Energie, Entwicklung und dem Einsatz von kohlenstoffarmen Technologien in allen Sektoren, sowie grünere Lebensstile”, sagte Laurent Corbier, Vorsitzender der ICC Umwelt– und Energiekommission und Vizepräsident von nachhaltiger Entwicklung und kontinuierlicher Verbesserung beim Französischen Energieunternehmen AREVA. Der Geschäftsführer der UN Rahmenkonvention für Klimawechsel, Yvo de Boer, sagte: „Ich glaube fest daran, dass das Engagement der Wirtschaft im Kampf gegen den Klimawechsel äußerst wichtig ist. Die Unternehmen sind der Schlüssel zu einer kohlenstoffarmen Zukunft. Ein internationales Klimawechsel-Abkommen für die Zeit nach 2012 sollte deshalb so gestaltet werden, dass es aus unternehmerischer Sicht Sinn macht. Aber zunächst brauchen wir politische Übereinstimmung über den Beginn einer solchen Verhandlungsrunde.” Der Hauptpunkt des Treffens auf Bali – den Weg für Verhandlungen für ein Energierahmenprogramm nach dem Kyoto-Protokoll zu ebnen – war recht erfolgreich, da man sich einigte, bis 2009 ein neues Rahmenwerk aufzustellen. Unter den Themen, die diskutiert wurden, waren unter anderem die Frage, wie Firmen in dem Entwicklungsprozess engagierter sein können, welche Firmen und Märkte weiterhin Fortschritt beim Klimawechsel machen müssen, welche Möglichkeiten es für kohlenstofffreie Technologien und Energieeffizienz gibt und wie man Märkte, Handel und Investitionen so zusammen spielen lässt, dass sie den Klimawechsel minimieren. Führende Unternehmen aus verschiedenen Sektoren detaillierten ihre Strategien gegen den Klimawechsel. Die U.S. Delegation, die an der Klimakonferenz teilnahm, erntete Kritik von den Repräsentanten anderer Industrienationen und von der Presse, weil sie gegen beschlossene CO2 Emissionsziele stimmten, obwohl diese Ziele nie wirklich den Zweck des Treffens darstellten. Stattdessen baten U.S. Firmen, wie DuPont oder GE (Gründungsmitglieder des „U.S. Climate Action Partnership” und Mitglieder des WBCSD) die U.S. Regierung nach mehr Initiative.
© iStockphoto.com/heizfrosch Die Unternehmen wollen politische Übereinstimmung aus zwei Gründen: Erstens, weil viele energiesparende und kohlenstoffsparende Bemühungen seitens der Firmen keinen wirtschaftlichen Sinn machen ohne eine Kohlenstoffsteuer oder einen „cap-and-trade” Kohlenstoffmarkt, der den „Preis” für Kohlenstoffemissionen erhöht. Sicherlich könnten teure Technologien wie solche, die Kohlenstoff einfangen und speichern, mit den derzeitigen politischen Gegebenheiten bei den Anteilseignern nicht gerechtfertigt werden. Zweitens, wie Corbier vorschlug, sehen Firmen neue Marktmöglichkeiten für energieeffiziente und kohlenstoffsparende Technologien unter einem strengeren Kohlenstoff-Politikregime. Diese Überlegung ist in den USA besonders wichtig, wo Firmen führende Positionen in diesen Technologien belegen – Führungspositionen, die dahinschwinden, weil sie in den weltweiten Klimaverhandlungen weitgehend untätig bleiben. In der Tat ist es weit verbreitet, dass China bald die Führung in Technologien für erneuerbare Energie übernehmen wird. Aber die Entscheidung der Konferenz in Bali, dass man in den nächsten zwei Jahren eine neue Rahmenvereinbarung gegen den Klimawechsel erarbeiten will, fordert die U.S. Regierung. Präsident Bush ist eine lahme Ente und 2008 ist Wahljahr. Es wäre ein Wunder der bürokratischen Schnelligkeit, wenn eine neue Regierung eine neue Position und ein Verhandlungsteam aufstellen könnte, um bis Ende 2009 eine substanzielle Rolle in den Gesprächen zu spielen, wenn die Diskussionen zu Ende sein sollen. Das WBCSD, das mehr als 200 Mitglieder zählt – die weltweit größten Unternehmen mit einem Gesamtmarktanteil von mehr als $6 Billionen – spielt selbst eine aktive Rolle in der UN und bei anderen Verhandlungen über den Klimawechsel. Es hat bis 2050 politische Pfade entwickelt und veröffentlicht: “ein quantifizierbares, langfristiges (50-jähriges), globales Treibgasreduktionsprogramm, das helfen würde, um die Unsicherheit der technologischen Entwicklung, Einsetzbarkeit und wirtschaftlichen Beiträge zu reduzieren.” Mitglieder des Rates glauben, dass der Hauptfehler des Kyoto Protokolls, das die USA niemals ratifizierten, darin lag, dass es die einfache Wahrheit nicht anerkannte, dass Energiepolitik von den Ländern gemacht wird; das Protokoll versuchte ein „top-down” Ziel zu setzen. Ein erneuter Ansatz sollte anerkennen, dass Energie– und Klimapolitik auf nationaler Ebene geregelt wird; dann könnten nationale oder sektorale Programme freiwillig mit einem wachsenden internationalen Kohlenstoffmarkt verbunden werden, der internationale Marktflexibilität in die nationalen Ziele einbringen würde. David Hone von Shell, ein wichtiger Verfasser des politischen Dokuments der WBCSD, sagte, dass Länder feste Emissionsziele erarbeiten müssen, die deutlich in bestimmte Zeitabschnitte gegliedert werden. „Dann würden wir die wahre Zuversicht erreichen, wenn wir erst einmal ein oder zwei Fristen gesetzt und überschritten haben und jemand dafür verantwortlich gemacht wird. Wenn das nicht passiert, gerät die ganze Sache aus den Fugen.” Viele komplexe Vorschläge wurden von den USA und anderen Regierungen entgegen genommen. Die „WBCSD Cement Sustainability Initiative” erörtert, ob Kohlenstoffziele für die gesamte Zementindustrie gesetzt werden können. Und falls ja, ob dies auch in anderen Industriesektoren gemacht werden könnte. Der Rat hat ebenfalls Projekte ins Leben gerufen, um energieneutrale Gebäude, effizientere Betriebsprozesse des Energieerzeugungssektors und nachhaltige Energiequellen für Entwicklungsländer zu fördern. Trotz all dieser Aktivitäten müssen die Unternehmen dennoch herausfinden wie sie mit den Regierungen kooperieren, um „das Klima zu retten”. Der Vorsitzende von Shell, Jeroen van der Veer, erzählte der New York Times Anfang diesen Jahres: „Ich bin ein starker Befürworter der freien Wirtschaft und glaube fest an sie. Wenn man das Kohlenstoffproblem in der Welt lösen möchte, muss die freie Wirtschaft eng mit den Regierungen zusammen arbeiten, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Wie man das Schwefeldioxid-Problem in den USA bewältigt hat, bildete die grundlegende Inspiration für das Europäische Handelsschema für Kohlenstoffemissionen. Es gibt also Beispiele aus der Vergangenheit, die wir anwenden können, um dieses Problem zu bewältigen. Doch wir können es als Industrie nicht alleine. Wir benötigen Unterstützung von den Regierungen.”
Es gibt bereits Diskussionen mit der polnischen Regierung für ein Wirtschaftstreffen bei der UN Klimakonferenz 2008. Wir können hoffen, dass dieses Ereignis zahlreiche Beteiligung der U.S. Regierung erfährt als Bemühung, um direkt mit den Unternehmen zu arbeiten und um diese kritischen und zeitgerechten Probleme anzusprechen. |
