Grüner leben |
Das Leben zum Besseren verändern |
| Von: Larry Edward Penley, Presdient, Colorado State University |
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Weltweit sterben jährlich geschätzte 1,6 Millionen Menschen durch Gesundheitsprobleme aufgrund von schädlicher Luft in ihren Häusern während sie Familiengerichte über primitiven Öfen oder offenem Feuer zubereiten. Millionen weitere leiden an Gesundheitsproblemen – und sterben sogar – durch Fahrzeugabgase oder vergiftetes Wasser, insbesondere in Entwicklungsländern. Und trotzdem haben unsere Forschungsuniversitäten ihre Macht, Leben zum Besseren zu verändern, noch nicht vollständig realisiert. Mir ist dies in meiner frühen Amtsperiode als Präsident der Colorado State University (CSO) aufgefallen, einer Einrichtung mit einer beeindruckenden Forschungshistorie in fast jedem Feld, das sich dem Dilemma namens „globaler Nachhaltigkeit” widmet – angefangen vom Klimawandel über Bodenwissenschaften bis hin zu menschlicher Ernährung. Ich merkte, dass unsere Studien sehr gut auf die größten menschlichen und ökologischen Herausforderungen, denen unser Planet ausgesetzt ist, abgestimmt sind. Doch was fehlte waren effektive Systeme und Prozesse, um Forschungslösungen aus dem Labor in die Hände und Häuser von Leuten zu bewegen, deren Leben man umkrempeln könnte. Unsere akademischen Programme lasteten ihre Kapazität nicht aus, um Studenten für das Leben und die Arbeit in einer Welt, in der globale Nachhaltigkeit zunehmend die Sorge aller Länder und Menschen sein wird, vorzubereiten. Inspiriert durch Fachkräfte wie Bryan Willson – dessen bahnbrechende „clean engine technology” (saubere Motorentechnologie) nun philippinischen Taxifahrern hilft sich einen Lebensunterhalt zu verdienen – und Barry Beaty – der bei der Bekämpfung von infektiösen Krankheiten in den sich entwickelnden Ländern ganz vorne mit dabei ist – forderte ich unsere Universität auf, sich noch zu verbessern. Das Ergebnis: ein Erstansatz, der darauf ausgerichtet ist, Forschungslösungen erfolgreich und so anzuwenden, dass sie erschwinglich, praktisch und sogleich wirkungsvoll sind im Kampf für weltweite Gesundheit und Wohlergehen. Globale Nachhaltigkeitsprobleme sind weitreichend und vielfältig; sie umfassen Umweltbewusstsein und die Notwendigkeit, gesunde Menschen und Gemeinden, sowie auch einen gesunden Planeten zu fördern. Durch Anwendung bahnbrechender Forschungslösungen und der Ausbildung „grüner” Arbeitskräfte, können Forschungsinstitutionen einen signifikanten und ausdauernden Einfluss nehmen. Aber wie wir auch schon bei der Colorado State University gelernt haben, bedarf es dafür, dass wir unseren Fokus von einer Universitätsperspektive auf einen sozialen Fokus umwandeln und dass wir dann die Umsetzung eines breiteren, geschäftsorientierten Ansatzes gegenüber Nachhaltigkeit übernehmen.
© William A. Cotton/CSU Besorgte Individuen und Familien übernehmen routinemäßig Lifestyle-Änderungen, um mehr in Harmonie mit der Umwelt zu leben. Organisationen müssen klarerweise dasselbe tun. Das trifft insbesondere auf große, komplexe Institutionen wie Universitäten zu, die massive physische Unternehmen leiten und tausende Menschen anstellen. Aber egal wie viele energieeffiziente Glühbirnen wir auf unseren Unigeländen installieren – egal wie nachhaltig wir unsere Prozesse gestalten, diese Anpassungen alleine werden keinen großen globalen Einfluss haben, um die Leben der Menschen zu verbessern oder einen Unterschied in der Welt zu erwirken. Nicht falsch verstehen: Nachhaltigkeitsbemühungen auf dem Campus sind genauso wichtig wie für jedes andere Unternehmen oder jede andere Organisation. Meine eigene Institution, die Colorado State University in Fort Collins, war lange Zeit der Führer bei campusweiten ökologischen Anstrengungen. Unser Dampfturbinengenerator reduziert unsere CO2-Emissionen um jährlich mehr als 2,36 Millionen Kilogramm. Seit 1990 hat sich der Wasserverbrauch auf unserem Gelände um 22 Prozent oder 680 Millionen Liter verringert. Unsere Universität war eine der ersten, um Campusbewohnern die Option einzuräumen, Windkraft zu erwerben und wir sind derzeit dabei, eine Windfarm zu bauen, die mehr Energie produziert als die Uni verbraucht. Benutztes Bratöl aus unseren Cafeterias wird gesammelt und recycelt, um Biodiesel herzustellen. Ein Feuchtgebiet, das wir auf dem CSU Gelände konstruiert haben, entfernt Schadstoffe und Ablagerungen, die aus dem Wasser stammen, das von unserem Treibhaus abfließt. Unsere „Forest Service” Baumschule produziert 2 Millionen Sämlinge jedes Jahr und reduziert dadurch atmosphärisches Kohlendioxid. Alle unsere Getränkeautomaten sind energieeffizient gestaltet und verringern Kohlendioxidemissionen jährlich um mehr als 104.000 Kilogramm. Und dank der Verpflichtung unserer Studenten haben wir soeben den zweiten Platz beim jährlichen U.S. RecycleMania Wettbewerb belegt. Doch solche Aktivitäten sollten zum jetzigen Zeitpunkt in jeder größeren Organisation ein Routineteil verantwortungsbewusster Geschäftskultur sein. Weiterbildungseinrichtungen können so viel mehr machen. Universitäten sind der großartigste Einfall und die größten Innovationsquellen der Gesellschaft, also sollten sie fundamentale Lösungen für Probleme wie Klimawandel generieren und gleichzeitig talentierte Arbeitskräfte auf die erwartete Nachfrage in Ökoindustrien über die nächsten paar Jahrzehnte vorbereiten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Universitäten so organisiert sein, dass sie Potenzial haben, um zu Wirtschaftswachstum beizutragen; und die Produkte ihrer Wissenschaft und ihres Ingenieurwesens müssen für größere Aufgaben kommerzialisiert werden. Unipräsidenten hingegen haben eine Verpflichtung, ihre Institutionen so zu organisieren, dass die innewohnende Fähigkeit auszubilden und neue Ideen und Technologien zu entwickeln, erhöht wird. Deswegen bin ich dieses Jahr durch das Land gereist, um mit Industrieführern und anderen Ausbildern über CSU’s innovativen Ansatz in Bezug auf die globale Nachhaltigkeitsherausforderung zu sprechen und auch über die Notwendigkeit, dass Universitäten eine aggressivere Rolle bei den verschiedenen Aspekten dieser Herausforderung spielen.
© John Eisele/CSU Colorado State war „grün” bevor „grün” zum Trend wurde und sie ist seit Jahrzehnten das Zuhause von Weltführern in Umweltwissenschaften. Unsere Wissenschaftler haben das weltweit erste solarbeheizte und –gekühlte Gebäude konstruiert. Wir haben das erste Emissionskontrollzentrum des Landes gebaut. Unsere Lehrkräfte haben das prominenteste unabhängige Motorenforschungslabor in Nordamerika angeführt. Und das sind lediglich ein paar Beispiele unseres Engagements; eine erste Zusammenfassung, die von meinem Büro zusammengetragen wurde, war mehr als 40 Seiten lang. Doch das heute national angestiegene Bewusstsein – unser gewachsenes Bewusstsein bezüglich der Tugend auf „grün” umzustellen – schafft eine Umwelt, die für die Ausweitung dieser Bemühungen förderlich ist. Aus diesem Grund hat die Colorado State University eine klare Philosophie adoptiert: Nimm großartige Forschungsideen; schneide sie eng auf spezielle Gebiete zu – wie beispielsweise das Problem von kohlenstoffemittierenden Zweitaktmotoren in Asien – und bringe sie zügig auf den Markt. Envirofit International, ein ausgegliedertes Unternehmen der CSU, stellt ein mächtiges Beispiel dar: sie entwickelt was die New York Times „das erste marktbasierte Modell für sauber brennende Holzofentechnologie” in der sich entwickelnden Welt nennt und hat eine Geschäftsinfrastruktur aufgestellt, die dieses Modell unterstützt. AVA Solar, ein ausgegliedertes Unternehmen von Professor W.S. Sampath’s (CSU) Arbeit, beginnt gerade mit der Massenproduktion von Solarzellen, die ungefähr dasselbe kosten würden, wie Elektrizität aus dem traditionellen Netz. Diese Projekte repräsentieren nur ein paar wenige Wege, mit denen unsere Lehrkräfte Umweltherausforderungen über den Campus hinweg adressieren; Studenten aus allen Semestern sind in jedem dieser Projekte involviert. Um innovative Projekte wie diese zu unterstützen und um sicher zu gehen, dass sie vom Labor schnell in die reale Welt voranschreiten, haben wir uns eine neue Methode ausgedacht, wie man Technologie auf den Markt bringt; sie nennt sich „Supercluster”. Indem die multidisziplinäre akademische Forschungsinfrastruktur mit einem marktgeführten Unternehmen gepaart wird, schneiden „Superclusters” durch die bürokratischen Hürden, die zu häufig die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und der Geschäftswelt behindern. Die Struktur stellt auch sicher, dass Lehrkräfte Kontrolle darüber behalten wie ihre Erfindungen eingesetzt werden. Gleichzeitig wird erkannt, dass eine erfolgreiche Einbringung die Zusammenarbeit von Geschäfts– und Investitionsexperten mit Forschern in Richtung eines gemeinsamen Ziels verlangt. Die „Supercluster” Organisation ist so gestaltet, dass innovative Ideen der Lehrkräfte in praktische, erschwingliche Lösungen für globale Herausforderungen getrieben werden; in dem Prozess verbessert sich die Qualität und wirtschaftlicher Wohlstand wird vorangetrieben. Professor Willsons und Beatys Arbeit stellen exzellente Beispiele dar. Um infektiöse Krankheiten wie Denguefieber zu bekämpfen, entwickeln Beaty und seine Kollegen neue Arten insektizidbehandelter Moskitonetze, die die Menschen davor schützen in ihren Häusern angesteckt zu werden. Willson erkannte, dass ein einziger Zweitaktmotor so viele Abgase verursachen kann wie 50 konventionelle Fahrzeuge, also entwarfen er und seine Laborassistenten einen einfachen Umbau für Zweitaktmotoren, um sie effizienter und weniger umweltschädlich zu machen. Für einen Taxifahrer in den Philippinen, der nur $3-5 am Tag verdient, bedeutet dieser Umbau und die resultierende Energieeffizienz große Einsparungen und mehr Einkommen, um seine Familie zu ernähren. Diese Arten einfacher, pragmatischer Lösungen – fundiert auf unserer fortgeschrittensten Wissenschaft – können weltweit Leben retten. Colorado State’s „Supercluster” Modell schafft einen neuen dynamischen Ansatz, um solche Lösungen in die Hände der Bedürftigen zu geben. Indem wir dem „Supercluster” Modell gefolgt sind, erkannten wir, dass das Herz einer großartigen Universität heute nicht nur auf Unterricht, Lernen und der Generierung von Wissen basiert, sondern auf der Kapazität der Institution, dieses Wissen zu nehmen und es für das größere Wohl zu vermarkten und zwar durch ein profitables oder gemeinnütziges Geschäftsmodell.
© William A. Cotton/CSU Forschungsaktivitäten, die die Basis für unser „Supercluster” Modell schaffen, involvieren Studenten aus allen Semestern; diese Schüler eignen sich Wissen und Fähigkeiten an, die sie dazu befähigen, in der Arbeitswelt von morgen konkurrenzfähig zu sein. Universitäten erkennen erst jetzt den Bedarf für speziellere Arbeitskräfte – von „grünen” Architekten bis zu Ingenieuren für Windenergie – die von unseren Unis erwartet werden, um die offenen Stellen in den kommenden Jahrzehnten zu füllen. Studien schätzen, dass die Industrie für erneuerbare Energie bis zum Jahr 2030 in den USA 40 Millionen neue Jobs schaffen könnte. Ein vor kurzem erschienener Entwurf des UN Umweltprogramms merkt an, dass die Umweltindustrie in Amerika im Jahr 2005 zehnmal so viele Arbeitsplätze geschaffen hat wie die Pharmaindustrie. Mit Programmen, die auf ökologische Nachhaltigkeit und Klimawandel rund um das Kurrikulum konzentriert sind, werden CSU Studenten gut vorbereitet, um strategisch konkurrenzfähig zu sein und um den steigenden Bedarf an hochqualifizierten „grünen” Arbeitskräften zu decken. Um diesen Bedarf weiterhin erfüllen zu können, müssen wir mehr tun als die Nachhaltigkeit in unser Studienprogramm mit einzubauen. Wir müssen neue Bildungsprogramme übernehmen, die direkt den Bedürfnissen dieser neuen Wirtschaft angepasst sind.
An der Colorado State University haben wir erkannt, dass es nicht ausreicht in unseren Universitätsgebäuden die Glühbirnen auszutauschen. Wir müssen uns stattdessen darauf fokussieren, eine bessere Glühbirne zu erfinden und Führungskräfte auszubilden, die einen Ersatz für die Glühbirne erfinden. Durch Forschung und Bildung können Universitäten wie die CSU Leben ändern, indem sie Arbeitsplätze schaffen, die Gesundheits– und Lebensbedingungen für die Menschen weltweit verbessern und wirtschaftlichen Wohlstand erzeugen. Diejenigen Institutionen, die Innovation erschaffen und den Transfer von Laborergebnissen auf den freien Markt beschleunigen, werden bei der Lösung globaler Probleme Erfolg haben. Und Schulen, die Abgänger auf die Arbeit und den Dienst in der neu entstehenden „grünen” Wirtschaft vorbereiten, säen die Lösungen für die folgenden Generationen. Während Universitäten bei der Führung ihrer Unternehmen umweltverantwortlich handeln müssen, liegt die größere Herausforderung heutzutage darin, seine Kapazitäten mehr auf Unternehmenslösungen zu konzentrieren und auf einer Ausbildung, die wahrlich einen globalen Unterschied ausmacht. Ähnliche Beiträge: |
